Der linke Beissreflex
Für den Linken ist die Welt einfach gestrickt und solange man sich an Regeln wie “die Gesellschaft hat Schuld”, “Kampf gegen Rechts”, “wir sind moralisch überlegen” und “es kann nicht sein, was nicht sein darf” hält, bestehen nur geringe Chancen, dass man vom Glauben abfällt. Besonders der “Kampf gegen Rechts” dient hierbei als Wellness-Programm fürs eigene Gewissen, aber da viele Linke einfach zu bequem sind nach Draußen zu gehen und dort nach langer Suche womöglich noch auf einen echten Nazi zu stoßen, der zudem auch Gegenwehr zeigt, bleibt man lieber Zuhause und sucht andere Wege zu einem guten Gefühl im “Kampf gegen Rechts” zu kommen.
Da man aber zügig feststellt, dass die Nazis einfach nicht für alle “Kämpfer gegen Rechts” ausreichen und nicht schnell genug nachwachsen, müssen permanent Mittel gefunden werden, den Nachschub zu sichern, um jeden Selbstzweifel im Keim zu ersticken. Dabei greift man mit fortschreitendem “Kampf gegen Rechts” zu immer ausgeklügelteren Mitteln, um die überall in der Gesellschaft befindlichen Nazis aufzuspüren.
Rechts, rechtslastig, rechtspopulär, konservativ, rechtsradikal und rechtsextrem sind das Gleiche. Auch in der Mitte sucht man sie, denn “verkappt” treten sie auf, die “intellektuellen Rechtsextremen”. Sie wissen, wie man strafrechtlich relevante Äußerungen geschickt am Rande der Legalität platziert und fungieren deshalb als “Scharnier- und Brückenkopf zwischen Gemäßigten und Extremisten” und wo Altnazis fehlen, da gibt es schon die “Neue Rechte”.
Der Vorteil linker Gemeinschaftlichkeit im “Kampf gegen Rechts” ist, dass von einem Stück Kuchen unzählig viele “Kämpfer” satt werden können und ist ein “Nazi” erst einmal identifiziert ist er praktisch schutzlos den “Kämpfern” ausgeliefert, denn wer sich ihm zur Seite stellt, wird ebenfalls als “Nazi” identifiziert.
Der “Kampf gegen Rechts” ist deshalb auch ein politisches Instrument der Linken und nimmt mit Beteiligung linker Parteien an Regierungen an Dringlichkeit zu. Er bietet die Möglichkeit den politischen Gegner zu diskreditieren und ihn zu einem Verhalten zu zwingen, welches mehr den eigenen Zielen entspricht. Je mehr “Nazis” man deshalb identifiziert und “läutert”, desto größer wird der eigene Einfluss. Es ist ein Kontrollmittel.
Jüngstes Ziel dieses linken Beissreflexes ist Andreas Popp, stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland.
Andreas Popp erhielt eine Interviewanfrage der “Junge Freiheit” zum Thema Zensur und nahm an, worin der politische Gegner ein gefundenes Fressen sah die Werte der Piratenpartei auf die Probe zu stellen.
Die Wochenzeitung “Junge Freiheit” ist seit Jahren ein besonderes Hassobjekt vieler Linker, da sie als konservativ/liberal gilt und man selbst auf netz-gegen-nazis.de feststellen musste, dass man ” an der Jungen Freiheit (JF) nichts Rechtsextremes erkennen [wird]” und jeder Versuch sie erneut unter die Beobachtung des Verfassungsschutzes zu stellen scheiterte. Deshalb arbeiten Politikwissenschafter unentwegt daran theoretische Verbindungen zum Rechtsextremismus zu stricken, die anschließend als Argumentationsgrundlage dienen und das öffentliche Bild über die Zeitung prägen sollen. Andere machen sich weniger Mühe und bezeichnen sie, wie “Welt.de” vom 16.09.2009, pauschal als “neo-faschistisch”.
Kurz nachdem das Interview auf der Webseite der “Junge Freiheit” veröffentlicht wurde, forderten die ersten Kritiker innerhalb und außerhalb der Partei eine Distanzierung von Andreas Popp, da sie einen Rechtsrutsch der Partei kommen sahen und die Piratenpartei in die Nähe zum Rechtsextremismus rücken würde. Dies zeigte Wirkung. Im Interview selbst behauptete Andreas Popp noch, dass “eine gutgemeinte Bevormundung von links letztlich auch nicht besser als die der Konservativen” sei und unterstütze so die neutrale politische Haltung der Partei, die er selbst eher als liberal beschrieb, nur um sich gleich darauf von linker Seite nicht nur bevormunden, sondern nötigen zu lassen, eine Distanzierung zur “Junge Freiheit” zu verfassen. Dabei blieben nicht nur die liberalen Werte der Partei, sondern auch die Wahrheit auf der Strecke, denn er hatte zweifelsfrei die Möglichkeit das Interview vor der Veröffentlichung zu korrigieren und sich über die “Junge Freiheit” zu informieren. Von einem Versehen kann deshalb nicht die Rede sein.
Zudem machte Andreas Popp zusätzlich den “Fehler” das Parteimitglied Bodo Thiesen, dem Holocaustleugnung vorgeworfen wurde und der auch dem linken Beissreflex ausgesetzt war, zu verteidigen, indem er behauptete, dass er ihn nicht für einen Rechten halte, sondern nur für jemanden, der gerne provozieren würde. Dies brachte ihm zusätzlich die Kritik der SPD-Zeitung “vorwärts” ein.
Die fehlende Standhaftigkeit der Piratenpartei zu ihren Werten und zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit Medien, hat sie zum Spielball der Linken gemacht, die in Zukunft noch penibler auf die “Nazis” innerhalb der Partei aufpassen werden.
Quellen:
- http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/863812/
- http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/ein-kommentar-zur-jungen-freiheit
- http://www.welt.de/politik/bundestagswahl/wahlreporter/James-Hiller/article4544190/Die-Gruenen-auf-Abwegen.html
- http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M57733db5b85.0.html
- http://andipopp.wordpress.com/2009/09/14/zum-interview-mit-der-jungen-freiheit/
- http://www.news4press.com/Richtigstellung-Interview-mit-Andreas-P_495779.html
- http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-freiheit-die-wir-meinen/
- http://www.vorwaerts.de/artikel/politisch-fragwuerdig-bundesvize-der-piratenpartei-gibt-ae-junger-freiheit-ae-ein-interview
- http://www.spreeblick.com/2009/09/15/piraten-auf-kurssuche/












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